Poesietherapie
Poesietherapie als "Heilung durch gestaltetes Wort" wussten schon Aristoteles und Platon einzusetzen. Der
innere Zensor wird hierbei ausgeschaltet und der Leistungsaspekt tritt in den Hintergrund. Im Schreibprozess
kommt es zur allgemeinen Verlangsamung, zum Innehalten und zur Selbstbesinnung. Die spirituellen Kräfte der
Dichtung, die Auseinandersetzung mit Märchen, das assoziative Schreiben und die Sprachgestaltung ermöglichen
Selbstreflexion, und Selbsterkenntnis. Gedanken, Gefühle, Wünsche, Ziele, Bedürfnisse sowie Ideen können
geordnet und geformt werden. Es können möglichst neue verschiedene Wege gefunden, andere Sichtweisen erhalten
und Perspektivwechsel herbeigeführt werden. Der Besuch beim inneren Dichter lässt das eigene Ich heraus
kristallisieren und schult die Wahrnehmung. Kreatives Schreiben transformiert autobiographische Erlebnisse
in literarische Texte und können danach objektiv aus der Distanz betrachtet werden.
"Ich schreibe seit ein paar Tagen, möchte es sich halten….Ich kann wieder ein Zwiegespräch mit mir führen
und starre nicht in so vollständige Leere. Nur auf diesem Wege gibt es für mich eine Besserung."
Franz Kafka, Tagebücher 1910-1923